Resilienz – Stärkung des seelischen Immunsystems

Wir sind die Summe unserer Erlebnisse

Unsere Erlebnisse und Erfahrungen, ob positiv oder negativ, formen unseren Charakter und beeinflussen unser Denken und Handeln. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und bewegt sich selten abseits seines gewohnten Lebensweges. Sich immer nur innerhalb eines bestimmten Rahmens zu bewegen, schadet jedoch unserer geistigen Flexibilität. Stehen wir nun Herausforderungen oder Belastungen gegenüber, brauchen wir einen flexiblen Geist, um gesund mit der Situation umgehen zu können.
Das Resilienz-Training hilft dabei, fest verankerte Gedankenmuster zu lösen, sich neu zu orientieren und beugt dem Ohnmachtsgefühl in Krisensituationen vor.

Was bedeutet Resilienz?

Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber emotionalen Krisen. Man könnte auch sagen, es ist unser psychisches Immunsystem. Je nachdem wie stark dieses Immunsystem ist, können wir gut oder weniger gut mit Belastungen oder Herausforderungen umgehen. Während einige Menschen mit starken Belastungen nahezu problemlos umgehen können und sich schnell von negativen Ereignissen erholen, leiden andere Menschen enorm unter solchen Belastungen. Ähnlich wie bei der Salutogenese geht es bei der Resilienz darum, den Geist gesund zu erhalten und sich dabei auf positive Faktoren und Ressource zu stützen.

Brechen Sie mit alten Gewohnheiten

Denk- und Verhaltensmuster haben sich in unseren Köpfen jahrelang gefestigt, und so reagieren wir vermutlich immer ähnlich auf bestimmte Situationen. Vergleichen wir es doch mit unserem Lauf durch den Park. Hier laufen wir oft, wir kennen die Strecke und haben nichts zu befürchten. Es ist Routine, nichts Besonderes. Nun verlassen wir dieses Verhaltensmuster und begeben uns abseits befestigter Wege auf eine Tour durch die Natur. Wir laufen durch den Wald, über Wiesen, bergauf und bergab. Hier erleben und sehen wir Neues und Ungewohntes. Unser Geist braucht genau diese neuen Erlebnisse und Eindrücke, um gesund und inspiriert zu bleiben. Veränderungen bergen ein großes Potential für die persönliche Entwicklung. Beim Thema Resilienz geht es ebenso darum, Chancen zu erkennen und Herausforderungen für die eigene Weiterentwicklung zu nutzen.

 

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Menschen mit innerer Stärke empfangen Veränderungen positiv und kämpfen nicht gegen sie an. Ebenso bedeutet Resilienz, verantwortungsbewusst zu handeln und trotzdem auch mal ein Risiko einzugehen. Ob ein Mensch resilient ist, hängt von vielerlei Faktoren ab. Hierfür entscheidend sind sowohl innere als auch äußere Faktoren. Unsere Resilienz beginnt im Kindesalter und hat dann das Potential sich ein Leben lang weiterzuentwickeln. Im Resilienz-Training geht es hauptsächlich darum, die eigene Resilienz zu stärken und starken seelischen Krisen damit vorzubeugen. Das Resilienz-Training wird teilweise als überschätzt bewertet, allerdings kann es sehr hilfreich sein, um bereits bestehende Denk- und Verhaltensmuster einmal genauer zu hinterfragen. Auch Krisen lassen sich mit innerer Stärke besser bewältigen und man kann aus ihnen gestärkt hervorgehen. Das Resilienz-Training wird in verschiedene Faktoren gegliedert.

Resilienzfaktoren

Es gibt sieben Resilienzfaktoren, die beim Überstehen von Lebenskrisen oder schlechte Erfahrungen helfen und mit derer wir aus solchen Geschehnissen gestärkt hervorgehen können. Dazu gehören:

  • Akzeptanz
  • Optimismus
  • Selbstwirksamkeit
  • Verantwortung
  • Netzwerkorientierung
  • Lösungsorientierung
  • Zukunftsorientierung

Teil 1 –  Akzeptanz

Beim Thema Akzeptanz geht es darum, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind. Es ist wie es ist. Gerade bei negativen Ereignissen fällt dies oft schwer, aber was in der Vergangenheit liegt, lässt sich nicht ändern. Langes Grübeln darüber, was man hätte anders machen können, bringt uns nicht weiter. Im Gegenteil, es wirft uns zurück in unserer Entwicklung und behindert unseren Lernprozess im Umgang mit Fehlern, Herausforderungen oder Belastungen.

Was passiert ist, ist passiert. Mit der Akzeptanz der Situation kommt auch die innere Ruhe zurück. Fehler und negative Dinge passieren. Akzeptieren Sie das, haken Sie es ab und blicken Sie nach vorne. Was wir also aus solchen Situationen für uns selbst ziehen können, ist genau diese Erkenntnis. Das Leben geht weiter. Es wäre reine Verschwendung unsere Energie auf Sätze wie „Hätte ich…“ oder „Wäre ich…“ zu verwenden. Akzeptanz heißt, die Situation anzuerkennen, denn das ist der erste Schritt zur Bewältigung des Problems. Hierbei geht es auch darum, die eigenen Fehler und Schwächen anzuerkennen und zu akzeptieren.

Neustart – Das Leben geht weiter

Unter dem Resilienzfaktor Akzeptanz wird auch das Thema Neuorientierung zusammengefasst. Hier geht es darum, Krisen als Chance für die eigene Weiterentwicklung zu nutzen. Denn entscheidend ist, ob Sie in der seelischen Belastung verharren oder die Situation annehmen und beginnen sich neu zu orientieren. Sie haben es in der Hand.
Damit ist nicht gemeint, die eigenen negativen Gefühle zu unterdrücken. Trauern ist durchaus erlaubt. Sich im eigenen Leid zu verlieren jedoch nicht. Beim Resilienz-Training geht es um den gesunden Umgang mit Krisen. Ein gesunder Umgang bedeutet, die eigenen Gefühle zuzulassen. Auch das ist Akzeptanz.

Hallo Angst!

Angst zu haben, ist keine Schande. Zu schwierigen Situationen gehört dieses unangenehme Gefühl eben dazu. Auch hier ist es wichtig, die Situation zu akzeptieren. Dazu gehört auch die eigene Angst. Sie zu unterdrücken, macht ebenso wenig Sinn, wie sich hineinzusteigern. Überblicken Sie die Situation nüchtern und verlassen Sie sich auf ihre inneren Ressourcen. Krisen gehören zum Leben dazu. Sehen sie die Krise als temporären Zustand an, der vorübergeht.

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Ändern Sie Ihren Blickwinkel

Wir bewerten Situationen und Herausforderungen, indem wir Verknüpfungen zu bereits gemachten Erfahrungen herstellen. Das führt im nächsten Schritt dazu, dass wir Situationen immer wieder gleich bewerten. Hierbei geht es darum, Situationen, die wir als unangenehm oder angsteinflößend bewerten, genauer zu betrachten und zu überlegen, ob unsere Bewertung wirklich angemessen ist. Ein gutes Beispiel ist die Prüfungsangst. Für viele Menschen sind Prüfungen kein Problem. Andere hingegen haben zitternde Hände, Angstschweiß bis hin zum totalen Blackout. Treten wir jetzt einen Schritt zurück und begutachten die Situation noch einmal genauer. Ist meine Reaktion angemessen? Handelt es sich um ein reales Problem oder ist das Problem nur in meinen Gedanken? Was kann im schlimmsten Fall passieren?
Meist hilft es, sich diese Fragen zu beantworten. Denn bei genauerem Hinsehen wird klar, dass die Situation meist gar nicht so schlimm ist, wie befürchtet. Prüfungen können beispielsweise wiederholt werden. Abgesehen davon fällt es uns viel leichter, Herausforderungen mit einem klaren Kopf anzugehen, anstatt sich Horror-Szenerien auszumalen.

Im nächsten Teil geht es darum, nicht immer das Schlimmste zu erwarten, sondern sich stattdessen in Optimismus zu üben.

Sarah Semmler

Über den Autor

Sarah Semmler

Sarah ist u.a. A-lizensierte Functional-Fitnesstrainerin, Pilates Trainerin und Resilienz Trainerin. Bereits in der Kindheit hat sie ihre Leidenschaft für den Sport entdeckt und war aktives Mitglied im Leichtathletik Verein. Auch Reiten, Schwimmen und Tanzen gehörten schon damals zu ihren Hobbies.


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