Trend Trailrunning – Laufen durch die Natur

Trailrunning, das Laufen abseits befestigter Wege, liegt aktuell schwer im Trend. Für eingefleischte Läufer dürfte der Trend Trailrunning allerdings nichts Neues sein. Geländeläufe in verschiedensten Formen gibt es schon lange. Kein Wunder, denn das Laufen in der Natur hat zahlreiche Vorteile gegenüber dem Laufen auf Asphalt, der Tartanbahn oder dem Laufband.

Trailrunning – Was steckt dahinter?

Genau genommen beginnt Trailrunning dort, wo befestigte Wege enden. Das würde also folglich bedeuten, dass bereits ein Lauf durch den Stadtpark über Sand und Wiese als Trailrunning gilt. Übersetzt wird Trailrunning mit Gelände- oder Querfeldeinlauf.
Geländelauf wiederum wird laut Duden wie folgt definiert: „Längerer Lauf querfeldein durch freies Gelände oder durch Wald“. Damit kommen wir der Sache doch schon näher. Betrachtet man die Vorzüge des Trailrunnings wird schnell klar, dass der Lauf durch den Stadtpark zwar sehr schön ist, aber nicht viel mit dem Sinn des Trailrunnings zu tun hat. Also worum geht es nun genau beim Geländelauf?

Querfeldein, bergauf über Wurzeln und Äste – Hindernislauf Natur

Die Natur hat viel zu bieten. Sie ist ein wahrer Abenteuerspielplatz für Läufer. Berge, Bäume und wechselnde Untergründe zwingen zur ständigen Anpassung an neue Laufbedingungen. Bergauf, bergab, unter tiefhängenden Ästen durch oder über hervorstehende Wurzeln hinweg. Jeder Schritt ist anders. Jeder Schritt ist spannend.
Die wechselnden Laufbedingungen fordern den Bewegungsapparat ebenso wie die Koordination. Ein entwurzelter Baum, der als Hindernis überwunden werden muss oder die Tannenzapfen auf dem sandigen Waldboden, über die wir hinweg laufen. Die volle Aufmerksamkeit gilt der Strecke.

Zugegeben, es gibt auch jene Zonen im Wald, die uns durch dichtes Dickicht und mit wenig Lichteinfall in Alarmbereitschaft versetzen. Auch hier passen wir uns an und laufen schneller, um zum nächsten Waldabschnitt zu gelangen. Jeder Wald ist anders und hat, wie wir auch, sein einzigartiges Profil. Genau das ist es, was Trailrunner fasziniert. Der Reiz besteht in den sich immer wieder verändernden Bedingungen der Laufstrecke und der Umgebung. Beim Trailrunning steht das Profil der Strecke im Vordergrund und weniger die Distanz.

Gut für Gelenke, Sehnen und Bänder

Durch die ständige Anpassung an die wechselnden Untergründe werden verschiedene Muskeln aktiv, die wir beim reinen Laufen auf befestigten Wegen wenig beanspruchen. Das Laufen im Wald ist ein Training für den ganzen Körper. Um Hindernisse zu überwinden, machen wir Bewegungen, die wir so im Alltag kaum ausüben. Diese ungewohnten Bewegungen trainieren die Koordination und unsere Muskulatur. Neben Muskelarbeit und Kondition werden auch Konzentration und Achtsamkeit gefordert. Auch die Reaktionsfähigkeit wird durch die sich ständig verändernde Bedingungen verbessert. Wir passen uns und unseren Laufstil der Umgebung an. So balancieren wir bei jedem Schritt und bei jedem Sprung unseren Körper aus.

Das Laufen auf weichem Waldboden bietet nicht nur viel Abwechslung durch den lebendigen Wald, es ist auch gut für unsere Gelenke. Bei jedem Schritt belasten wir unsere Gelenke. Bei einem anspruchsvollen Lauf umso mehr, denn bei jedem Schritt federn unsere Gelenke den Schwung der Landung ab. Der weiche Waldboden gibt nach und entlastet die Gelenke, Sehnen und Bänder beim Laufen. Er federt die Landungen ab, wodurch unsere Gelenke deutlich geschont werden.

Achtsamkeit lernen

Der Wald ist etwas Großartiges. Er schenkt uns Ruhe und Gelassenheit. Seine heilende Wirkung wird durch zahlreiche Studien belegt. Warum also nicht gleich das eine mit dem anderem verbinden. Das Laufen im Wald fordert uns nicht nur körperlich, sondern auch mental. Es fordert die Konzentration auf den eigenen Körper und die Umgebung. Jedes Detail in der Umgebung wird wahrgenommen. Unsere Sinne werden aktiviert. Wir hören und sehen, wie der Wald lebt, wir riechen die frische Waldluft und wir fühlen den wechselnden Boden unter unseren Füßen.

In der Natur fern ab der Zivilisation können wir Abstand gewinnen vom hektischen Alltag und von allen beruflichen und sozialen Problemen. Es ist das “Ich bin dann mal weg“-Gefühl, das uns frei macht. Dabei geht es nicht um das Verdrängen von Problemen, sondern darum, sich von ihnen zu distanzieren. Für die Zeit, die wir in der Natur verbringen, lassen wir alle Sorgen los. Hier in der Natur gibt es eine Realität, in der es nicht auf unsere Leistung oder unseren Kontostand ankommt. In diesen Momenten geht es einzig und allein um uns und den Wald.

Trend Trailrunning

Trends – Sie kommen auf, gehen durch die Medien und verschwinden wieder. Im Sport wie in allen anderen Lebensbereichen. Trailrunning ist so ein Trend. Aber eigentlich auch wieder nicht, denn Gehen und Laufen ist seit jeher unsere natürliche Fortbewegungsart. Auch das Laufen im Wald ist keine wirkliche Neuheit.

Trailrunning ist also kein Trend, der bald wieder verschwindet. Es ist vielmehr eine Lebenseinstellung. Wer selbst schon mal Gehwege gegen Wiesen und Wald eingetauscht hat, der weiß um die positive Wirkung auf Körper und Geist. Wer mit dem Trailrunning beginnen möchte, kann dies in geminderter Geschwindigkeit tun, um sich mit den wechselnden Waldböden und dem Laufen im freien Gelände anzufreunden. Für Anfänger besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr. Ein Laufpartner kann für den Beginn Sicherheit geben. Ein wichtiger Punkt ist zudem die Orientierung, denn querfeldein kann man diese schon mal verlieren. Um sich am Ende nicht zu verlaufen, kann spezielles Equipment, wie eine GPS-Uhr, helfen.

Bildquelle: fotolia.com; Runner trips while running in forrest; ©dbunn


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